Freitag, 27. April 2012

Cry Baby Cry

Heute habe ich einen kleinen Jungen zum Weinen gebracht. Es war mir sehr peinlich. Dabei durfte er als jüngster Gast die Hauptstimmenreihenfolge von „Sitzen oder stehen“ festlegen, was eigentlich ein Privileg sein sollte. Ich war auch im Übrigen durchweg überaus freundlich und sprach sehr kindgerecht (der Junge war erst fünf). Nun, vielleicht hätte ich den Witz mit ‚fünf Euro Zuzahlung’ nicht machen sollen; das Taschengeld ist ja noch nicht so hoch in dem Alter.

Während also der Fünfjährige unter Schock stand und sich schluchzend in die Arme der Mutter warf, musste ich zurückrudern und dem eigentlichen Verliererkind (12) das Bestimmungsrecht einräumen, was natürlich nicht regelgerecht war und eigentlich ein Ärgernis. Sei’s drum.

Thomas tat sein Bestes, um die Stimmung wieder aufzuheitern und machte am Schluss des Liedes den Hund. Das ist nicht Yoga oder Schlimmeres, sondern eine kleine, neuentstandene imitatorische Tradition: sein Beatbox-Schlussfill endet seit zwei Tagen nicht wie gehabt auf einem schlagzeugähnlichen Klang, sondern einem Tiergeräusch. Gestern hatten wir Pferd und heute halt Hund. Es hat alle sehr gefreut, auch den armen kleinen Buben. Er war dann auch während des restlichen Konzerts sehr guter Dinge. Ich habe es trotzdem unterlassen, ihn bei „Gimme hope Joachim“ alleine singen zu lassen.

Samstag, 31. März 2012

Wiedersehen macht Freude

Heute abend geben wir in Köln ein Exklusivkonzert für den Fanclub, zum bisher zweiten Mal in der Basta-Geschichte. Nachdem wir bei der Premiere (2007?) eigentlich so etwas wie einen Vorlauf zum Kölnarena-Spektakel gemacht hatten, haben wir für diese Ausgabe sehr, sehr alte Stücke hervorgekramt. Erstaunlich war das.

Nun würde ich nicht sagen, dass mir Proben generell Freude bereiten, und auch bei denen zur heutigen Show hätte ich sie mir gern kürzer vorgestellt. Nichtsdestotrotz war es ein echtes Erlebnis, Lieder wieder zu singen, die ich eigentlich schon völlig vergessen hatte. Denn man sitzt als Künstler ja im Normalfall nicht zu Hause und hört sich seine eigenen alten Platten an (ich vermute jedenfalls, dass ich da keine Ausnahme bin).

Also, was soll ich sagen – da sind uns schon ab und an ein paar schöne Stücke gelungen, habe ich freudig festgestellt. Die Gurken kann man ja wegskippen, jedenfalls auf CD. Heute Abend wird das nicht gehen, aber wir haben uns bemüht, uns die schönen Lieder rauszusuchen. Ich freu mich jedenfalls!

Samstag, 25. Februar 2012

Basta in Belgien

Wir sind auf der Rückfahrt von Brüssel. Ich sitze auf der Rückbank, wo es entsetzlich ist, weil es keine Federung gibt. Wir fahren mittlerweile auf einer deutschen Autobahn, aber gefühlt geht es über eine nigerianische Geröllpiste. Es fällt schwer, die richtigen Tasten auf dem Rechner zu erwischen. Nun, ich tue mein Bestes.

Wir hatten gestern einen Auftritt auf einer geschlossenen Veranstaltung und somit genug Zeit, uns die belgische Hauptstadt und ihre Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Fritten, Bier und Schokolade, würde da der Kulturbanause sagen, und da hat er recht. Wir kannten Brüssel ja auch schon ganz gut; bereits in den 90er Jahren waren René und ich zur Straßenmusik hier, auf der Grande Place.

Dieses Mal haben wir dort nicht musiziert, was ich persönlich sehr schade fand. Andererseits soll man sich die schönen Erlebnisse vielleicht auch nicht durch Wiederholung kaputt machen. Und wer sagt, dass wieder so viele Menschen stehengeblieben wären und applaudiert hätten, wie als wir 20 waren? Ich vermute, dass den meisten Teenies fünf singende Enddreißiger (gelogen) ziemlich egal gewesen wären. Und die haben damals das meiste Geld in den Hut geschmissen. Das waren Zeiten.

Also haben wir Pralinen, Trüffel und andere schokoladige Mitbringsel von unserem eigenen Geld und nicht von dem anderer Touristen kaufen müssen. Trotzdem stapeln sich hier die Tüten von Galler, Neuhaus und Marcolini. Vielleicht ist, wenn wir zuhause ankommen, sogar noch was davon da.

Dienstag, 31. Januar 2012

Those were the day Pt.III

Weil ich auf den letzten Drücker poste, bestrafe ich mich selber mit diesem Bild:



Erster rechts René, zweiter von links ich. Bald mehr aus der Reihe!

Donnerstag, 26. Januar 2012

Basta hat frei

Ganz schön wenig los diese Tage bei Basta, was? Wir machen traditionellerweise weniger Konzerte im Januar und Februar; aber während wir letztes Jahr die „Basta macht blau“ aufgenommen haben, sind wir dieses Jahr einigermaßen arbeitslos, jedenfalls, was Basta angeht. Naja, auch die Arbeiten zu meiner eigenen CD sind gemacht, so dass mir nur übrig bleibt, gebannt darauf zu warten, dass endlich der 17. Februar ist und die Platte in den Läden steht. Die Jungs haben bereits angekündigt, sie sich selber zu kaufen. Ich wollte nicht nachfragen, ob sie planen, EINE zu kaufen und sich diese zu privatem Gebrauch zu vervielfältigen, aber ich würde ausnahmsweise von strafrechtlicher Verfolgung absehen.

Sowieso haben sie was bei mir gut: beim ersten Konzert des Jahres, in der Comedia Colonia, hatte ich sowohl meinen Gürtel vergessen wie die richtige Anzahl linker und rechter Schuhe. Genau gesagt hatte ich zwei linke eingepackt. Die Notschuhe waren aus dem Bus verschwunden (für solche Fälle haben wir eigentlich immer eine Reserve in einem der Geheimfächer), Andreas trug an dem Tag zwar privat schwarze, aber darin ich sah aus wie ein Clown, so dass ich auf die Schuhe aus dem ersten Set zurückgreifen musste. In denen sah ich übrigens auch aus wie ein Clown, was keiner gemerkt hätte, wenn Thomas nicht von der Bühne aus genüsslich darauf hingewiesen hätte.

Unangenehm war das, aber es hat seine Wirkung getan: Samstag haben wir unser nächstes Konzert, und sowohl Schuhe wie Gürtel stehen schon jetzt in der Diele, damit ich sie nicht vergesse. Verantwortungsvollerweise habe ich alles seit vergangenem Samstag vorbereitet. Zeit genug war ja.

Freitag, 23. Dezember 2011

Hallo, hallo, hallo

Weil's so schön war: hier noch einmal frohe Weihnachten in der verunglückten Version. Bis zum nächsten Jahr!

video

Samstag, 10. Dezember 2011

Advent

Neulich habe ich versucht auszurechnen, wie spät der erste Advent maximal liegen kann. Wenn ich mich daran erinnern könnte, würde ich es euch jetzt aufschreiben, aber es ist mir zu lästig, das alles nochmal durchzudenken.

Jedenfalls kommt Weihnachten dieses Jahr gefühlt sehr früh, wegen dem Wetter. Normalerweise steckten wir mit Basta Mitte Dezember bereits mindestens einmal im allerkrassesten Schneechaos fest. Davon heuer keine Spur. Wir fahren grad durchs Sauerland, das, wie jedermann weiß, eigentlich beste Wintersportbedingungen vorzuweisen hat und nicht ohne Grund Skilegenden wie zum Beispiel hervorgebracht hat. Jetzt: quasi spätsommerliche Bedingungen. Die Loipen ungespurt, die Lifte verwaist, die Winterberger Skilehrer im sexuellen Notstand.

Uns freut’s. Andreas kann den Bus in Steigungen und Neigungen auf die gewohnten 160 km/h hochjagen und wir kommen schneetechnisch unbehelligt zurück nach Köln. Morgen Darmstadt, Montag Berlin und dann Österreich, Robinson Club. Die Skier sind eingepackt. Wasserski, har har.